Jochen Preusche – Webdesign: Dual-Skillung eine gute Entscheidung

Hi Jochen, da du maßgeblich unseren Devblog entworfen hast, gebührt dir auch die Ehre des ersten Interviews.

Erzähl doch einfach erstmal ein paar Sätze über dich!
Die frühen Achtziger habe ich überwiegend im elterlichen Heim nahe Bremen ungeachtet verstreichen lassen. Dort entdeckte ich auch meine Affi­nität zu allem Visuellen. Beim Zeichnen von Comics, Kari­ka­turen und Illus­tra­tionen war ich ganz in meinem Element. Konsequenterweise habe ich dann auch gleich mal Grafik-Design studiert. Eher unüblich war mein Schritt zur Dual-Skillung – also neben dem Studium noch HTML, CSS, JavaScript, ActionScript und so zu lernen. Das hat sich inzwischen jedoch als gute Entscheidung herausgestellt.
Wie sieht dein Arbeitsalltag bei der ICANS GmbH aus?
Von einem Alltag kann man hier selten sprechen, die Schwerpunkte variieren ja. In der Frontend-Pflege und Entwicklung habe ich jedoch regelmäßig zu tun, also der Prozess vom Wireframe zum fertigen, in Code gegossenen grafischen Interface. In anderen Tasks sind dann wiederum illustrative Grafiken / Compositings gefragt, oder es gilt die perfekte Schrift für Anwendungsfall XY zu finden.
Ohne vertrauliche Details zu verraten, an welchem Projekt arbeitest du gerade?
Ganz allgemein: Wartung und Ausbau der Education-Community PokerStrategy.com – das jüngste Projekt war ja das Theme-Development für dieses Blog.
Seit wann machst du Designs für Webseiten?
Ich glaube, gleich nachdem die Y2K-Panik abgeebbt war, begann ich herum zu experimentieren. Den ersten Job in der Richtung trat ich als studentischer Mitarbeiter bei einem Institut an der Universität Bremen 2003 an, da ging es um fest installierte Infotainment-Anwendungen.
Was inspiriert / motiviert dich?
Wenn ein Interface mir besonders gelungen (oder auch nicht) erscheint, versuche ich möglichst viel daraus zu lernen. Neben der Anerkennung für gute Arbeit ist für mich der Anspruch, den ich an mich selbst stelle, ganz wichtig. Der wächst ständig, insbesondere wenn ich Dinge sehe die mich “wow!” denken lassen. Oft hole ich mir diese Begeisterungsimpulse aus anderen Sparten wie z.B. Medienkunst oder Illustration.
Steht Deine Zuwendung zu Kunst & Design und die Tätigkeit in einer Softwareschmiede nicht in einem Widerspruch?
Analytisches Denken und Kreativität schließen sich ja gegenseitig nicht aus. Anspruchsvolle Fragestellungen erfordern ja geradezu eine kreative Herangehensweise. Klar, hier herrscht ein anderer Rhythmus als beispielsweise in einer Ateliergemeinschaft, wo jeder sein eigener Chef ist. Aber wenn ich mal den Eindruck habe, Kreative Freiräume kommen zu kurz, fordere ich diese auch ein.
Was waren für dich die Highlights im Webdesign in den letzten Jahren?
Aller coolness von HTML5 (insbes. hinsichtlich Formularen) zum Trotz: aus meiner Perspektive ist CSS3 der Hit – durch die Verwendung von border-image beispielsweise kann man Request- und Tagsoup-Overhead auf ein absolutes Minimum beschränken – vorausgesetzt, man kann damit leben, dass dieser Genuss Nutzern von MSIE <= 9 vorenthalten bleibt. Weitere Highlights: Multiple Backgrounds, neue Selektoren und die typografischen Möglichkeiten dank font-face, in Firefox und Opera sogar mit Ligaturen.
Worüber hast du dich zuletzt so richtig aufgeregt, hinsichtlich Webdesign / Webentwicklung?
  1. Über die Tatsache, dass SVN nicht idiotensicher ist.
  2. Internet Explorer … Ein Blick auf die Browsercharts für CSS3 genügt. Glücklicherweise wenden wir uns IE6 nicht mehr so hingebungsvoll zu, aber auch aktuelle Versionen bieten genügend Aufreger-Potenzial.
Welche Blogs / Magazine etc gehören zu deiner regelmäßigen Lektüre?

Feeds:

Print:

Eine letzte Frage: Wen wirst du als nächsten Mitarbeiter interviewen?
Simon, der zur mangelnden Idiotensicherheit von SVN sicher auch etwas sagen kann.

Besten Dank an dieser Stelle nochmal für das Theme-Development dieses Blogs und vor allem für das interessante Interview.

Dieser Beitrag wurde unter Insights abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.